Narrenzunft Umbeisen & Hexen Ohlsbach e.V.
Mathias Stolzer
Oberzunftmeister
Riesenwaldstraße 27d
77797 Ohlsbach
Mail: narrenzunft@ohlsbach.de

Rekruten

 

eine Tradition, die es nur bei uns gibt!

Geschichte

Schiewerädli-

Schießen

Kleidung

Orden

Ablauf der Fasent

Das Wort Rekruten ist ein Begriff aus der Armee der heute noch besteht. Rekruten sind Soldaten am Anfang ihrer militärischen Ausbildung. Die Ohlsbacher jungen Männer trafen sich gemeinsam an der Fasend zuvor um dort noch einmal gemeinsam zu feiern, bevor man gemustert und in die Armee eingezogen wurde. Aus diesen Anfängen ist dann in Ohlsbach ein Brauchtum entstanden der sich bis in die heutige moderne Zeit erhalten ließ. Der genaue Ursprung der Rekrutentradition ist unbekannt, jedoch 90-jährige Einwohner aus Ohlsbach berichten, dass auch sie schon beim Schiewerädlischießen auf der "Hardeck" waren. In den Anfängen musste das Holz mit dem Ruckkorb getragen oder mit dem Ziehkarren hinaufgezogen werden. (Zum Begriff Schiewerädlischießen unten mehr). Früher war der Brauchtum nur den jungen Männern vorbehalten. Erst ab den Jahrgängen 1944/45, die in den Jahren 1962/63 Rekruten waren, nehmen auch die Mädchen an diesem Brauchtum teil. Zudem waren die Rekruten früher immer klassenweise und nicht Jahrgangsweise wie heute zusammen.

Heutiger Sinn der Rekruten

Etwa ab den 60er Jahren wird ein Rekrutenboss gewählt. Er hat die Aufgabe alles zu koordinieren, jedoch nicht alles allein zu bestimmen und zu verrichten, da die Rekrutenzeit jeden einzelnen betrifft. Die Rekrutenzeit ist eine Zeit des Zusammenwachsens, der Kameradschaft und Freundschaft. In Ohlsbach gibt es einige Ehen, die in der Rekrutenzeit ihren Anfang haben.

Geschichte

 

Kleidung

 

Früher trugen die Burschen eine weiße Hose und eine Filzhut mit bunten Bändern. Die übrige Kleidung war jedem selbst überlassen. Auch die Mädchen waren nicht einheitlich gekleidet. Heute jedoch tragen alle Rekruten Jungen wie Mädchen ein weiße Hose und einen weißen Pullover. Als Hut hat man einen Strohhut mit bunten Bändern, der in den 60er Jahren aufkam. Die heutigen Rekrutenjahrgänge haben alle ein Zeichen und ein Motto, dass auf dem Pullover, Stempel und Plakette zu sehen ist. Bis 1984 diente ein ganz normales Schiewerädli als Plakette auf dem meist Namen und Jahrgang verewigt war, bevor ab 1985 eine Holzplakette das bisherige ablöste. Mit diesem "Rekrutenorden" werden auch Freunde und Gönner, welche die Rekruten unterstützten, ausgezeichnet.

Orden

 

Ablauf der Fasent

 

Erster Tag der neuen Rekruten

Altpapier-  und  Christbaum sammeln

Am Morgen sammeln die Rekruten Wellen für das Schiewerädlifeuer. Das gesammelte Holz aufbewahrt und bewacht, da der voherige Jahrgang versucht die Wellen zu klauen. Zudem wird ein Rekrutenwagen gebaut und mit Tannen und Papier Rosen verziert. Seit 1958 fahren die Rekruten am Fasend- Sunndig mit dem Wagen beim Umzug mit.

Mit dem Spruch "Het de Guller schu gelegt", wird die Eierbörse An- und Verkauf in den Häusern gestartet. Dabei versuchen die Rekruten so teuer wie möglich die Eier in Häusern zu verkaufen, damit sie viel Gewinn einwirtschaften. Abends legt sich langsam Wehmut in die Gemüter der Rekruten, weil um 24.00 Uhr die Ablösung der Rekruten durch den neuen Jahrgang ansteht und somit auch die Rekrutenzeit endet.

Fasents- Samstag

Fasents-Dienstag

Fasents-Sonntag

Schmutziger

11.11

Januar

Ascher-mittwoch

Erste Hinweise auf das Rekrutenmotto über eine Figur am Dorfbach

Um Punkt 6.00 Uhr beginnt das Wecken der Rekruten. Hierzu fahren die Rekruten durch das Dorf  mit allen möglichen Krachinstrumenten wie z.B. mit einer großen Rätsche. Danach trifft man sich in der Narrenhochburg Gasthaus Krone zum Frühschoppen, bevor man an den Dorfplatz zur Schrattbefreiung zieht.

Um 13:30 Uhr beginnt der große Umzug bei dem die Rekruten mit ihrem Wagen auch mit dabei sind. Während des Umzuges verteilen die Rekruten kräftig ihren Stempel an die närrischen Zuschauer am Straßenrand. Danach trifft man sich in der Brumatthalle zum Programm. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt das Schiewerädlischießen im Rebberg.

Schiewerädlischießen

 

Der Name Scheibenköpfle! - eine Erhebung auf der linken Seite des Ohlsbachtales, kommt nicht von ungefähr. Er hat den Namen von einem alten Brauch, eben des Scheibenschießens. Heute findet aber das Schiewerädlischießen auf der "Hardeck", unmittelbar über dem Ortskern statt. Viele Vorbereitungen müssen die Rekruten treffen, ehe sie den Holzstoß am Fasend- Sunndigabend entfachen und die glühenden Scheiben - kleine Sonnen - als Segensbringer für die "Benannten" über den Rain schleudern können.

 

Schon das Sammeln des Holzes für den zu errichtenden Holzstoß ist eine interessante Gepflogenheit. Die Rädchen werden von Meterrollen abgesägt, nachdem man zuvor eine Durchbohrung vorgenommen hat; denn die Scheiben müssen Löcher zum Aufspießen besitzen. Auch die Wurfgerten müssen im Walde geschlagen und am oberen Ende, etwa 30 Zentimeter entfernt, mit einem Nagelkreuz versehen werden, damit die Scheibe beim Aufspießen nicht abrutschen kann und einen guten Halt beim Schwingen vor dem Abwurf hat.

 

Wenn die Abenddämmerung hereingebrochen ist, wird der Holzstoß entzündet. Weithin ist das "Scheibenfeuer" sichtbar. Eine Anzahl Kränze, mit je 25 Scheiben, werden im Feuer zum Anbrennen gebracht. Jetzt werden die Ehrenscheiben geworfen.

  1. Pfarrer

  2. Bürgermeister

  3. Lehrern

  4. Dorfgemeinschaft

  5. der eigene Jahrgang

  6. die vorherigen und folgenden Jahrgänge

Nun beginnt das Werfen in bunter Reihe. Jeweils erfolgt die Ankündigung:

"Es fliegt eine Scheibe wohl über dem Rain". Dann die Frage : " Wem soll sie sein?"

Der Werfer antwortet mit dem Namen der zu ehrenden Person.